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GS-Gemeindeschulung

9. Geschichte der Pfingstbewegung in Deutschland

Gemeindeseminar vom 31. Oktober/01. November 2000

Übersicht

Warum Kirchengeschichte?
Der Anfang
Das geistliche Klima im 19. Jahrhundert
Die Anfänge in Amerika und Wales
Elim-Bewegung
Osteuropäische Mission
Volksmission entschiedener Christen
Schilling´schen Gemeinden
Entwicklung der deutschen Pfingstbewegung nach dem Krieg
Weitere Pfingstbewegungen in Deutschland
Bibliographie
Weitere Informationen im Internet

Warum Kirchengeschichte?

  • Wer seine Geschichte nicht kennt, weiß nicht, wer er ist
    (z.B.: Ahnenforschung und Adoptivkinder fragen nach ihren leiblichen Eltern)
  • Kirchengeschichte macht demütig: nicht alles Alte ist überholt, die Welt fängt nicht mit uns erst an!
  • Kirchengeschichte macht weise: wir sollten aus den Fehlern lernen
  • Kirchengeschichte macht mutig: "Glaubensväter" sind Vorbilder (natürlich auch die "Glaubensmütter")
  • Kirchengeschichte weitet den Horizont!

[ zum Anfang ]

Der Anfang

Der liegt im Pfingstereignis in Jerusalem: Apostelgeschichte, Kapitel 2

Geistestaufe und Charismen

Sie waren zur Zeit der Apostel (innerhalb der Apostelgeschichte) zwei Selbstverständlichkeiten! Wer mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, konnte in Neuen Zungen sprechen. Der Geist Gottes zwingt uns nicht und schaltet "uns nicht aus" (wir sind kein "Medium")

Beispiele:

  • Pfingsten: Apostelgeschichte 2
  • Caeserea: Apostelgeschichte 10 (Cornelius)
    • Fülle des Geistes garantiert nicht automatisch die reine Lehre! (Irrlehre in diesem Fall: "Du musst erst Jude werden, um Christ zu werden.")
    • Während Petrus predigt, kommt der Geist Gottes auf die Leute (Heiliger Geist lässt keine Zeit für Irrlehre)
  • Ephesus: Apostelgeschichte 19
    • Paulus verkündigt Jesus
    • tauft
    • bittet um Erfüllung mit dem Geist Gottes
      Wiedergeburt: Heiliger Geist in uns
      Geistestaufe: Heiliger Geist durch uns (Dienstgaben)
  • Samaria: Wiedergeburt -> Taufe; weiteres Gnadengeschehen: Geistestaufe

Taufe in dem Heiligen Geist

  • kann sofort bemerkt werden nicht erst an den Früchten!
  • Kraft
  • kann durch Handauflegung empfangen werden, muss aber nicht
  • nicht Verdienst, sondern Gnade
  • Dienstzurüstung
Wichtig

Das Wirken des Heiligen Geistes in Form von Taufe in den Heiligen Geist und Geistesgaben ist durch alle Jahrhunderte vorhanden und belegt!
Leider wurde und wird das seitens der "offiziellen" Kirche immer verdrängt und geleugnet.

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Das geistliche Klima im 19. Jahrhundert

Liberale Theologie arbeitet kritisch und rational mit der Bibel.

Eine Gegenbewegung formierte sich in Christen oder Gruppen von Christen, die sich nach geistlicher Erneuerung im Sinne des Neuen Testaments sehnten und suchten, wie sie diese erreichen könnten. Das "Ergebnis" dieser Suche (parallel an verschiedenen Orten der Welt) sind vertraute Erweckungsbewegungen wie Pietismus oder Methodismus (u.a.m.). Bekannte Vertreter dieser Bewegungen sind unter anderem Charles Finney und Dwight L. Moody.

Diese Erweckungsbewegungen entwickeln sich weiter in der Heiligungsbewegung. Das Bemühen der Christen in dieser Bewegung war das Streben nach einem glaubwürdigem Christentum. Es war ihnen klar, dass sie dafür eine Begegnung mit dem Heiligen Geist brauchten.

In der Folge der Heiligungsbewegung entstehen in Deutschland: CVJM, Blaues Kreuz und viele weitere christliche Vereinigungen, die sich im Gnadauer Gemeinschaftsverband zusammenschließen. Unter diesem Dachverband finden sich nahezu alle erwecklichen Kreise zusammen.

Der Trend der damaligen Zeit war ein neues Pfingsten zu erleben. Dieses wurde in Artikeln erörtert und bewusst gemacht. In den Gemeinden waren Gebetsstunden mit Gebetsketten für Erweckung Herzstücke des Gemeindelebens.

Als Gott allerdings die Gebete seiner Jünger erhörte, ergaben sich daraus sehr unterschiedliche Reaktionen. Sie reichten von enthusiastischer Begeisterung bis zur Verteufelung und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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Die Anfänge in Amerika und Wales

1892
Liberty/Tennesse
einzelne Gläubige erleben die Taufe in den Heiligen Geist es wird eine Gemeinde gegründet, aber sie bleibt isoliert
01.01.
1901
Topeka/Kansas
Schüler einer Jüngerschaftsschule bitten um die Taufe in den Heiligen Geist und Gott schenkt diese. Von Topeka aus geschehen viele Aufbrüche und Gemeindegründungen, die notwendig wurden, da in bestehenden Kirchen/Gemeinden diejenigen, die die Taufe in den Heiligen Geist erfuhren keine Heimat mehr fanden.
1904/05
Wales
Die "singende Erweckung". Diese Bezeichnung rührte daher, dass das Anbetungssingen im Geist das typische Zeichen für diese Bewegung war. Es entsteht die Apostolic Church, die älteste Pfingstbewegung. Christen aus Deutschland besuchen Wales und tragen das Anliegen dieser Erweckungsbewegung mit zurück.
1904
Houston/Texas
Man versucht zum ersten Mal, pfingstliche Kreise in einer Konferenz zusammenzufassen. Der Methodistenprediger W. Seymor nimmt daran teil und ist begeistert. Doch in "seiner" Methodistengemeinde erfährt er Widerstand. Deshalb geht er in eine kleine Gemeinde Farbiger in der Azusa Street in Los Angeles. Von dieser Gemeinde ausgehend breitet sich die Pfingstbewegung über die gesamten U.S.A. und sogar ins Ausland aus.

Es waren immer wieder die unterschiedlichsten Leute aus den unterschiedlichsten geistlichen Hintergründen, die die Erfahrung der Taufe in den Heiligen Geist machten. Leider erfuhren sie in den meisten Fällen, dass ihre bisherige geistliche Heimat sie nicht mehr akzeptierte und sie deshalb aus der Not heraus neue Gemeinden gründen mussten. So war die Pfingstbewegung von Anfang an auch eine Gemeindegründungsbewegung.

1906
Torrey
Er reist durch Deutschland und lehrt über die Taufe in den Heiligen Geist. In diesen Gottesdiensten machen viele Gläubige diese Erfahrung.
T. B. Barrat
Aus Norwegen kommend erlebt er in New York seine Taufe in den Heiligen Geist. Wieder zu Hause in Norwegen kommt es zu Kontroversen, aber dennoch erfahren viele Christen dieses Pfingsterlebnis. Darunter sind viele maßgebliche Männer wie Levi Petrus, Jonathan Paul und Emil Meyer. In Skandinavien wächst die Pfingstbewegung.
1906
Emil Meyer/Deutschland
Stadtmissionar aus Hamburg wurde in Norwegen mit der Pfingstbewegung bekannt und bringt die Lehre mit nach Deutschland. In seiner Begleitung befinden sich zwei Missionarinnen, Agnes Telle und Dagmar Gregersen. Diese dienen mit Geistesgaben und lehren über die Taufe in den Heiligen Geist in Hamburg. Heinrich Dallmeyer erlebt dort seine Heilung und Taufe in den Heiligen Geist. Er nimmt die beiden Missionarinnen mit nach Kassel.
1905
Brieger Konferenz
Thema: Der Heilige Geist und die Urgemeinde. Das Thema eskaliert letztendlich in der Frage: Hat die Kirche/Haben wir den Heiligen Geist betrübt? O. Stockmeyer bringt es auf den Punkt, dass wenn diese Frage mit "Ja" beantwortet werden muss, Buße getan werden müsste. Allerdings ist diese Frage auf der Konferenz nicht eindeutig geklärt worden.
1907
Brieger Woche
Jonathan Paul erzählt von seinen Erlebnissen in Norwegen. Die Versammlung erlebt eine Polarisation in der Frage gibt es die Erfahrung der Taufe in den Heiligen Geist heute noch oder nicht mehr?
Jul 1907
Kasseler Versammlungen
Heinrich Dallmeyer beginnt Versammlungen in Kassel. Diese Versammlungen waren am Anfang nur für Gläubige gedacht. Leider klappte das schon nicht. Es kommen von Anfang an die verschiedensten Menschen! Zunächst verliefen die Versammlungen positiv, besonders weil sie sehr durch die Missionarinnen geprägt wurden. Sie waren korrekt in ihrer Lehre.

Leider kommen nach und nach unechte Weissagungen auf. Menschen machen das Reden des Heiligen Geistes nach und zum Teil reden einige Menschen sogar unter dämonischem Einfluss. H. Dallmeyer versagt in der Leitung, übt keine Prüfung oder Korrektur über das Gesagt aus. Zum Teil verhindert er solch eine Prüfung sogar. Die Missionarinnen protestieren und gehen.

Die Versammlungen werden turbulenter. Die Polizei schließt wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses die Kasseler Ver-sammlungen. Kassel wird auf der großen Blankenburger Allianztagung in Bausch und Bogen verdammt.

Dez 1907 H. Dallmeyer widerruft seine Erfahrungen mit dem Heiligen Geist und legt dar, warum der Heilige Geist ein Irrgeist ist. Das wird auf alle Pfingstler übertragen, obwohl diese selbst unter J. Paul die Ent-wicklungen und die Zustände in Kassel kritisieren.
Konferenz in Barmen
Man einigt sich, ein Jahr keine Stellungnahme zum Thema Geistesgaben abzugeben. Die Aufbrüche aber gehen in den Gemeinden weiter (nun ohne Lehrbegleitung). Gegner befürchten ein Überhandnehmen dieser Erfahrungen und bremsen!
1908
Pfingstkonferenz Mühlheim/Ruhr
Gedacht als Mitarbeiter - Erfahrungsaustausch der Anhänger der Taufe in den Heiligen Geist. Sie fanden eine Erklärung für die Ereignisse in Kassel: Der dreistufige Heilsweg (diese Lehre ist unbiblisch!)
Aug 1909
öffentliche Konferenz in Mühlheim/Ruhr
Viele Menschen kommen sogar aus dem Osten. Geistesgaben werden als biblisch eingesetzt. Gegner halten weiter an Kritik fest und die Spaltung wird deutlicher.
Berliner Erklärung
In Berlin treffen sich aus dem Gnadauer Verand vor allem Pfingstgegner und verabschieden die Berliner Erklärung.
Einige Thesen:
  • Gradlinige Ausbreitung der Pfingstbewegung (USA - N - D).
  • Pfingstbewegung ist dämonisch beeinflusst.
  • Buße tun, weil Pfingstbewegung in Deutschland Fuß fassen konnte.
  • Abwehr der Lehre vom reinen Herzen. (Inhalt: Man sündigt nicht mehr. J.Paul widerrief sie selber später).
  • Alle Gnadauer Mitglieder sollen diese Erklärung unterschreiben!
Sep 1909
2. Mühlheimer Pfingstkonferenz
Stellungnahme zur Berliner Erklärung: Man gesteht Fehler ein, aber es gibt keine bedingungslose Kapitulation! Es gibt keine Reaktion von den Gegnern der Pfingstbewegung.
1911
Vermittlungsversuch
Die "Neutralen" starten einen Versuch, scheitern aber. EC und Blaues Kreuz wenden sich von der Pfingstbewegung ab, um eine weitere Spaltung in den eigenen Reihen zu verhindern. Die Pfingstler sind draußen.
1911
1. Hauptbrüdertag der "Mühlheimer"
Die Pfingstler organisieren sich. J.Paul, Eugen Edel und Emil Hamburg gründen Mühlheimer Verband. Sie waren landeskirchlich geprägt und machten deshalb keine Schritte in Richtung Freikirche. Daneben standen Heinrich Viether, Emil Meyer und Benjamin Schilling. Sie hatten ein anderes Gemeinde- und Taufverständnis. Aus diesem Grund schlossen sie sich nicht an. In brüderlicher Weise trennten sie sich von den anderen und gründeten freie, unabhängige Gemeinden.

In dieser freikirchlichen Pfingstbewegung liegen die Wurzeln des BFP (früher ACD).

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Die Elim-Bewegung

1922
Elim - der Anfang
Heinrich Viether (Pfingstler) gründet eine eigene Zeltmission innerhalb der Evangelischen Allianz. Als diese sich gegen seine Zeltmission wehrt, wird sie die Keimzelle der Elim-Bewegung.
Apr 1927
Hamburg
Die erste Elim-Gemeinde wird gegründet. Weitere Gemeindegründungen folgen in: Bremen, Lübeck, Kiel, Dresden, Erzgebirge.
1931
Königsberg
Die Pfingstgemeinde (1000 Mitglieder) schließt sich der Elim-Bewegung an.
1937
5000 Mitglieder
Die Elim-Bewegung zählt 5000 Mitglieder in 25 Gemeinden und einen ebenso großen Freundeskreis.
Die Arbeitsweise der Elim
Zeltmission, Schriftenmission, Hof- und Freimission. In einer Zeit der Entchristlichung wurden gerade die Arbeiter von Viether erreicht. Schwerpunktmäßig erreicht die Pfingstbewegung eher die "unteren Schichten".
ab 1936
Einschränkungen
Ab jetzt ist die Arbeit der Gemeinden wegen er Gesetzgebung nur noch eingeschränkt wahrnehmbar.
1941
Anschluss an BefG
Aufgrund entsprechender Gesetze muss die Elim-Bewegung sich dem Bund evangelisch freikirchlicher Gemeinden (=Baptisten) anschließen. Vereinigungen unter einer bestimmten Mtgliederzahl durften nicht existieren. Deshalb schloss man sich den Baptisten an, weil es keinen anerkannten Pfingstbund mit ausreichender Mitgliederzahl gab.

Elim ist vor dem 2. Weltkrieg die am klarsten umrissendste Bewegung von Pfingstgemeinden.

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Die Osteuropäische Mission

1928
Danzig
Die Osteuropäische Mission wird von Gustav Herbert Schmidt gegründet. Er ist als Missionar der Assemblies of God (AoG), einer amerikanischen Pfingstbewegung in Europa tätig. Es entsteht die polnische Pfingsbewegung.
1938
26500 Mitglieder
Die polnische Pfingstbewegung zählt 26 500 Mitglieder. Davon sind 1 500 Volksdeutsche unter der Leitung von Arthur Bergholz. Diese werden Freie Christen/Freie Christengemeinden genannt.
Bibelschule Danzig
Schon früh wurde die Notwendigkeit der theologischen Schulung von leitenden Mitarbeitern in den Gemeinden erkannt und deshalb die Bibelschule in Danzig gegründet. Sie betrieb Mission in Richtung Osten (Russland, Ukraine, Polen, Balkan) und an deutschen Siedlern in Polen.
Besetzung Polens
Aus politischen Gründen wird die polnische Pfingstbewegung nach der Besetzung des Landes in die polnischen und die volksdeutschen Gemeinden getrennt. Die volksdeutschen Gemeinden heißen weiterhin Freie Christen (-gemeinden).
Anschluss an BefG
Während des Krieges mussten sich auch die Freien Christengemeinden dem Baptistenbund anschließen.
Nach dem Krieg
Gemeindegründungen
Nach dem Krieg beginnen Flüchtlinge bereits in den Flüchtlingslagern damit, dynamischen Gemeindebau zu betreiben. So entstehen an vielen Orten starke Gemeinden, die durch die Auswanderungswellen der 50-er Jahre bis zur Bedeutungslosigkeit zusammenschrumpfen oder völlig von der Landkarte verschwinden.
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Die Volksmission entschiedener Christen>

Karl Fix
Der Journalist K. Fix kommt in Kassel in Kontakt mit Emil Meyer und bekehrt sich. Er übernimmt in Berlin die Redaktion der Zeitschrift von E. Meyer.
01.01.
1933
Durchführung einer Evangelisation in Berlin
01.01.
1934
Anmietung eines Saales
Es finden die ersten Versammlungen statt.
27.06.
1934
Gründung der VMeC
Mit 35 Mitglieder & 75 Freunden wird die VMeC in Berlin gegründet.
  • starke evangelistische Ausrichtung
  • wuchs auf bis zu 1000 Besucher an
  • staatlicher Druck erschwert Evangelisation, Schriftenmission wird verboten und auch der Selbstverlag wird verboten
  • das 4. Traktat warnte vor 2. Weltkrieg und wurde von Gestapo konfisziert
bis 1939
2 Millionen Traktate
trotz Verbots verteilt die Gemeinde 2 Millionen Traktate kostenlos
Die Gemeinde überstand Nationalsozialisten und Krieg.
1945
Paula Gassner
Karl Fix, aus der Kriegsgefangenschaft nach Heilbronn entlassen, kommt erneut mit Paula Gassner zusammen, die während des Krieges einen Gebetskreis leitete.
09.09.
1945
Stuttgart-Zuffenhausen
1. öffentliche Versammlung in Stuttgart-Zuffenhausen mit K. Fix als Redner
Jan 1946
Der Volksmissionar
Die erste Ausgabe vom Volksmissionar (Verbandszeitschrift) erscheint
Sep 1946
1. Taufe
Bei der ersten öffentlichen taufe lassen sich 250 Menschen taufen. Die Gemeinde wächst weiter durch Zeltmission
1956
Misssionar
Aussendung des ersten Missionars nach Afrika
1988
Beitritt
Die Volksmission entschiedener Christen (VMeC) tritt dem BFP KdöR bei.
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Die Schilling´schen Gemeinden

1911
nach dem Ausscheiden auf dem Hauptbrüdertag baut Benjamin Schilling zwei Gemeinden nach schwedischem (Levi Petrus) Muster auf. Sie wachsen jeweils auf ca 200 Mitglieder an.
1930
Schilling stirbt
Als Schilling stirbt übernehmen zwei Schweden die Leitung der Gemeinden.
1934
Erwin Lorenz
Erwin Lorenz wird Leiter der beiden Gemeinden.
1937
Verbot
Beide Gemeinden werden verboten und gehen in den Untergrund.
Kriegszeit
Die Gemeinden zerfallen durch Einberufung der Soldaten und Zerstörung der Stadt. Die Mitglieder schließen sich der VMeC an.
1946
Frankfurt am Main
Erwin Lorenz wird in die freie Pfingstgemeinde Frankfurt/M. als Pastor berufen, da seine vorherigen Gemeinden nach dem Krieg nicht mehr zusammenfinden
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Die Entwicklung der deutschen Pfingstbewegung nach dem Krieg

nach Kriegsende
Kontaktsuche
Erwin Lorenz versucht Kontakt zu den unterschiedlichen Pfingstgemeinden aufzunehmen. Er erhält Unterstützung von den AoG aus Amerika
1947
1. Pfingstbrüder - Treffen
In Stuttgart treffen sich zum ersten Mal nach dem Krieg verantwortliche Pfingstbrüder aus ganz Deutschland. Allerdings sind die Mühlheimer Vertreter nicht dabei. Man beschließt eine Zusammenarbeit, um Deutschland in der Not das Evangelium zu bringen. Dieses Treffen kann man als "Geburtsstunde" des BFP KdöR ansehen, auch wenn das konstitutionell an diesem Treffen nicht beschlossen wurde!
1948
Erweiterete Pfingst-Konferenz
Es findet die erweiterte Konferenz von freien Pfingstgemeinden zusammen mit den Mühlheimer Vertretern statt. Teilnehmer an dieser Konferenz kommen aus folgenden Gemeinden oder "Verbänden":
  • Christlicher Gemeinschaftsverband Mühlheim - Ruhr
  • Elim - Gemeinden
  • Freie Christengemeinden
  • Vereinigte Missionsfreunde Velbert
    (als freie Pfingsgemeinde bereits 1908 gegründet)
  • VMeC
  • Freier Pfingstverein Breuninger
Als Beobachter:
  • Brüder der Schweizer Pfingstmission (SPM)
  • Vertreter der Assemblies of God (AoG) aus Amerika
Stuttgarter Erklärung
Als Beschluss dieser Konferenz fällt man die Entscheidung, eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, die alle pfingstlichen Gruppen vereinigt.
Sep 1948
ACD
Ein Prozess der Vereinigung der freien Pfingstler findet auf der Einheitskonferenz der Freien Christengemeinden ihren Abschluss. Erwin Lorenz und die Elimgemeinden schließen sich an. Die Arbeitsgemeinschaft der Christengemeinden in Deutschland (ACD) wird gegründet. Erwin Lorenz ist der erste Präses und Arthur Bergholz wird Sekretär.
1949
2. Pfingstliche Gesamtkonferenz
Es gibt jetzt eigentlich nur noch zwei Gruppen, den Mühlheimer Verband und die ACD.Man versuchte hier einen Zusammenschluss, der sich auf Dauer aber nicht als tragfähig herausstellte.
1950
Dieser Zusammenschluss wird wieder aufgelöst und seit 1978 hat sich im Forum Freikirchlicher Pfingstgemeinden (FFP) ein Gremium formiert, in dem die unterschiedlichsten Gruppierungen in einer lockeren Arbeitsgemeinschaft sich zum Austausch und zur Absprache treffen.
1951
Bibelschule Beröa
Auf Initiative der Amerikaner wird die Bibelschule Beröa in Stuttgart gegründet. Das Ziel der Amerikaner und Schweden ist es, den deutschen Gemeinden zu helfen. Sie haben nicht die Absicht, neue Gemeinden zu gründen, weshalb es in Deutschland auch keine (deutsche) AoG gibt, was sonst "überall" auf der Welt der Fall ist. Die Schüler kommen zur Hauptsache von den Freien Christengemeinden und der VMeC.
1954
Umzug nach Erzhausen
Die Bibelschule muss nach Erzhausen umziehen. Das dazugehörige Grundstück erhält die ACD von den Amerikanern geschenkt, weswegen sie eine juristische Form annehmen muss.

ie ACD wird nun Zusammenschlus selbständiger Gemeinden, die Delegierte zu einer Konferenz senden, auf der ein Vorstand gewählt wird. Pastoren sind persönliche Mitglieder (1954 sind es ca 50 Pastoren)
Gemeinsame Arbeitsbereiche sind:

  • Leitung der Bibelschule Beröa
  • Außenmission unter der Trägerschaft der Gemeinde in Velbert
  • Inlandmission
Die VMeC gehört anfänglich dazu, entscheidet sich aber Ende der 50-er Jahre wieder auszutreten und tritt 1988 dem BFP KdöR bei.
1974
KdöR - Gründung
Die ACD als eingetragener Verein (e.V.) war für den wachsenden Bund nicht mehr die ausreichende juristische Form. Deswegen wird in Hessen eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) gegründet.
1982
Gründung des BFP KdöR
Die bundesweite Ausdehnung als Körperschaft hat auch eine Namensänderung zur Folge. Die ACD heißt ab jetzt: Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP)
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Weitere Pfingstbewegungen in Deutschland

Der BFP pflegt zu folgenden Pfingstbewegungen gute Kontakte
Gemeinde Gottes Die pfingstkirchliche GeGo steht uns sehr nahe das Problem dieser Bewegung: Die Leitung ist in Amerika und es besteht keine Freiheit für nationale Entscheidungen
Apostolische Kirche urchristliche Mission
Ecclesia
Innerhalb der Ecclesia hat sich eine AG aus pfingstlich orientierten Gemeinden gebildet, die im Mai 2000 in den BFP KdöR aufgenommen wurden (Mai 2000: 30 Gemeinden).

In folgenden Foren pflegt der BFP KdöR Kontakte zu anderen Kirchen:

Forum Freikirchlicher Pfingstgemeinden
(FFP)
n diesem Forum haben sind vertreten:
  • Apostolische Kirche - Urchristliche Mission e.V. (AK)
  • Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP)
  • Volksmission entschiedener Christen e.V. (VMeC, Mitglied im BP KdöR)
  • Mühlheimer Verband Feikirchlich-evangelischer Gemeinden
  • Gemeinde Gottes e.V. (GeGo)
  • Vereinigte Missionsfreunde e.V. (VMF)
  • Jugend-Missions- und Sozialwerk e.V., Altensteig (JMS)
  • Gemeinde der Christen e.V. Ecclesia
Deutsche evangelische Allianz (DEA)
Kasseler Erklärung, 1996
Diese Erklärung soll die Berliner Erklärung entkräften. Leider kann sie die Auswirkungen dieser Erklärung nicht ungeschehen machen und die Berliner Erklärung wurde bis heute noch nicht widerrufen!
Vereinigung evangelischer Freikirchen (VeF)
1926 gegründet von EMK (Methodisten), BefG und FEG
Der BFP hat z.Zt. Beobachterstatus
Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK)
Zusammenarbeit erfolgt zur Hauptsache auf lokaler Ebene. Eine Zusammenarbeit auf Bundesebene gibt es nicht.
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Bibliographie

Bücherliste zum Thema
Bartleman, Frank: Feuer fällt in Los Angeles. C.M.Fliß, Hamburg, 1983
Bennet, Dennis: In der dritten Stunde. Leuchter, Erzhausen, 1972
Fleisch, Paul: Geschichte der Pfingstbewegung in Deutschland von 1900 - 1950. Marburg, 1983
Und flicken die Netze. Dokumente der Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Metzingen, 1988
Hollenweger, Walter J.: Enthusiastisches Christentum. Die Pfingstbewegung in Geschichte und Gegenwart. Zürich, 1969
Die Pfingstkirchen. Die Kirchen der Welt VII. Stuttgart, 1971
Handbuch der Pfingstbewegung Bd. 1 - 10. Genf, 1965-67
Krust, Christian: 50 Jahre deutsche Pfingstbewegung, Mülheimer Richtung. Nürnberg, 1958
Reinke, Joost: Deutsche Pfingstmissionen, Geschichte - Theologie - Praxis. Verlag für Kultur u. Wissenschaft, Bonn, 1997
Tibusek, Jürgen: Ein Glaube, viele Kirchen. Brunnen, Gießen, 1994
Zopfi, Jakob: ... auf alles Fleisch. Geschichte und Auftrag der Pfingstbewegung. Dynamis, Kreuzlingen, 1985
Ecke, Karl: Der Durchbruch des Urchrsitentums seit Luther.
Steiner, L.: Mit folgenden Zeichen.
Hollenweger: Enthusiastisches Christentum.
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Weitere Informationen im Internet

www.bfp.de Die Website des BFP KdöR mit Historie und interessanten Links zu anderen Bewegungen und sonstige gute Infos.
www.pfingstbewegung.de Die Website des FFP, mit Links zu allen Mitgliedsbewegungen, Artikeln zur Pfingstbewegung in Deutschland.
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