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GS-Gemeindeschulung

8. Die Gemeinschaft der Berufenen

Gemeindeseminar vom 24./25. Oktober 2000

 

Jeder Gläubige hat auf jeden Fall vier Berufungen "mit auf den Weg bekommen":
1.Korinther 1,9   berufen in die Gemeinschaft mit Jesus
Epheser 4,4   berufen in die Gemeinde (Röm 12,5)
Kolosser 3,15   berufen zum Frieden Christi in der Gemeinde (=Leib) (Phil 4,7; 1. Kor 12,13; 12,27; Eph 4,3-4)
Matthäus 28,16-20   berufen zur Mission
Ein Punkt im Gemeindeleben, der diese Berufungen auf einmal zum Ausdruck bringt ist das Abendmahl. In der Vergangenheit sind aber immer wieder Streitereien über dieses zentrale Geschenk Jesu an seine Gemeinde entbrannt! Manch einer blickt auch heute noch nicht ganz durch und vielleicht trägt diese Lektion ein wenig zur Klärung bei.


Im Lehrmaterial der ARCHE in Augsburg steht:

Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut

Über diese Worte gab es in der Kirchengeschichte schon viel Streit. Sind diese Worte wörtlich zu nehmen? Das katholische Verständnis geht von einer Transsubtantiation (Wandlung) aus, das heißt, mit der sakralen Handlung des Priesters am Altar wandelt sich das Brot zum Leib Christi und der Wein zum Blut des Herrn. Dies bleibt auch in dieser Form erhalten, deswegen der Tabernakel zur Aufbewahrung. Das lutherische Verständnis knüpft sich eng daran. Das heilige Abendmahl ist der wahre Leib und das wahre Blut unseres Herrn Jesus Christus ! Der entscheidend unterschiedliche Ansatz bei Luther ist der, dass "der Abendmahlsgast Leib und Blut als Gläubiger zum Segen, als Ungläubiger zum Gericht empfängt. Wer da glaubt, den wandelt diese Speise in sich selbst. Sie verwandelt ohne Unterlass uns, die Seele in Gerechtigkeit, den Leib in Unsterblichkeit". (zitiert nach Theodor Harbeck, die Bibel lehrt..., Seite 196)

Calvin, der Schweizer Reformator legt aus, dass die ganze Person des verklärten Christus wirklich und wesenhaft (aber nicht natürlich) dem Empfänger des Abendmahls mitgeteilt wird. Brot und Wein sind bei Calvin Bilder der Person und des Werkes Jesu Christi.

Das Abendmahlsverständnis, das wir heute haben, würde ich in der Mitte zwischen Luther und Calvin ansiedeln. Es ist eine geistliche Realität, die durch die Mitteilung des Abendmahls geschieht. Ich nehme Christus, geistlich gesprochen, in mir auf, genauso wie ich bei der Taufe, geistlich gesprochen in Christus bin ! Es geht nicht um eine reale Aufnahme, sondern um eine geistliche Wirklichkeit, die sich hier wiederspiegelt. Dieses Verständnis vom Abendmahl misst für mein Empfinden den Worten, die Jesus selbst gesprochen hat, die meiste Bedeutung zu und lässt auf der anderen Seite Raum für unsere Erfahrungen, die wir in ganz menschlicher Weise machen.


Die Bedeutung des Blutes beim Abendmahl

Opfer zur Sündenvergebung im Alten Testament waren nur dann gültig, wenn es durch Blutvergießen geschah. Hebr. 9,22 führt ganz klar aus, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung gibt. Im Abendmahl gedenken wir der Vergebung, die Jesus für uns geschaffen hat. Deswegen wird im Abendmahl ein besonderer Bezug zum Blut Jesu hergestellt.

2. Mose 12,13   - schützende Wirkung
2. Mose 30,10   - sühnende Wirkung
3. Mose 17,11   - sühnende Wirkung
Sacharja 9,11   - befreiende Wirkung
Hebräer 9,7   - vergebende Wirkung
Hebräer 9,22   - reinigende Wirkung

Hier ist in erster Linie allgemein vom Blut die Rede. Wir können in der Bibel konkreter sehen, welche Bedeutung das sühnende Blut Jesu Christi hat:

Matth. 26,28   Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden (Joh. 6,56; 19,34)
Apg. 20,28   Die Gemeinde Gottes, erworben durch das Blut Christi
Römer 5,9   Wir sind durch sein Blut gerecht gemacht worden (Kol. 1,20)
1.Pet.1,18+19   Wir sind nicht mit Silber und Gold erlöst sondern mit dem teuren Blut Christi
1.Joh. 1,7   Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde
Hebr. 9,14   Das Blut Christi reinigt unser Gewissen von toten Werken
Offb. 1,5   Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unseren Sünden mit seinem Blut
Offb. 7,14   Die ihre Kleider gewaschen haben im Blut des Lammes

Durch das Blut Jesu Christi ist Vergebung und Versöhnung geschaffen worden. Diese kommt ganz zentral im Abendmahl zum Ausdruck. Durch das Aufnehmen haben wir neu Anteil an der Vergebung, die aber nur wirksam wird, wenn es mit einem aufrichtigem und suchenden Herzen geschieht.
Die Einsetzungsworte zum Abendmahl

Math. 26,26-29; Mark. 14,22-25; Luk. 22,19+20
1. Kor. 11,23-26 ff

Abendmahl als Gedächtnis und Bekenntnis

Jesus selbst fordert uns auf, das Mahl als ein Gedächtnismahl zu feiern:

" ... solches tut zu meinem Gedächtnis ..."

Er fügt aber auch noch einen anderen Aspekt hinzu. Das Abendmahl dient zur Erinnerung und zum Bekenntnis, sprich Verkündigung dessen, was Jesus am Kreuz vollbrachte.

"... verkündigt ihr den Tod des Herrn bis er kommt ..."

  1. Erinnerung wirkt nach "innen"!
    Es ist zur Erbauung der Gläubigen
  2. Bekenntnis und Verkündigung ist immer nach außen gerichtet!
    Nicht zur Gemeinde gehörenden Personen gegenüber wird bekannt, was wir glauben.

    Wir bekennen und verkündigen:

    1. Gott wird Mensch und kommt zu uns
      Joh 3,16; 1.Joh 1,1-3
    2. Jesus stirbt stellvertretend für uns (Lamm Gottes)
      1.Pet 1,18-21
    3. Jesus ist weggegangen (denn er kommt wieder)
      Apostelgeschichte 1,8-12
    4. Jesus ist jetzt als Hohepriester für uns tätig
      Hebr 9,24
    5. Jesus kommt wieder
      2. Tim 4,1; 1.Pet 4,4+5

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