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GS-Gemeindeschulung

7. Die Gemeinde - Der Leib Christi

Gemeindeseminar vom 17./18. Oktober 2000

Die Gemeinde der Leib

1.Korinther 10,16+17  wir sind ein Leib
1.Korinther 12,12-30  die Gemeinde - der Leib (in Detailinformation)

Wer gehört zum Leib?
Vers 13: alle, die durch den Geist Gottes in diesen Leib getauft wurden

Im Vergleich zum biologischen Körper ergeben sich folgende Detailvergleiche:

  1. Wer dazugehört, gehört dazu und kann sich nicht einfach selber abtrennen
    (Vers 15+16)
  2. Der Körper hat verschiedene Glieder, die alle notwendig sind
    (Vers 17-19)
  3. Die Glieder brauchen sich gegenseitig, besonders die kleinsten sind nötig (z.B.: Daumen zum Greifen oder Zehen zum Stehen)
    (Vers 20-22)
  4. weniger ehrbare werden mit größerer Ehre bedacht
    (Vers 23 + 24)
  5. Gott hat den Leib als Einheit (=Team) zusammengefügt (miteinander füreinander anstatt nebeneinander gegeneinander)
    (Vers 25)
  6. Leidet einer, leiden alle; freut sich einer, freuen sich alle
    (Vers 26)
  7. Gemeinsam sind wir der Leib Christi (wir stellen Jesus in dieser Welt dar)
    (Vers 27)
  8. (A) Jeder hat seine zugewiesene Aufgabe (dort ist er/sie wichtig!)
    (Vers 28 - 30)
    (B) Jesus ist das Haupt und fügt den Leib zusammen
    (Epheser 4, 15+16)

Fragen zur Vertiefung:

 

Der Körper und die Krankheit

Krankheit ist medizinisch betrachtet immer eine Funktionsstörung oder -beeinträchtigung des Organismus/Körpers. Damit diese Störung wieder behoben wird, muss der Krankheitserreger beseitigt werden. In vielen Fällen ist das medikamentös zu erreichen (z.B. bei Bazillen). In anderen Fällen ist eine Operation nötig (z.B. Krebs). In manchen Fällen kommt man nicht darum herum ganze Organe oder Gliedmaßen zu entfernen (Amputation).
Solche Eingriffe werden aber im Regelfall nur dann vorgenommen, wenn der gesamte Körper in seiner Existenz bedroht ist.

Die Absicht solcher operativen Eingriffe ist immer die Rettung des übrigen Körpers, aber hat dennoch jedes Mal eine Einschränkung der eigentlichen Funktion und Zusammenhänge zur Folge (ganz besonders deutlich bei Arm- oder Beinamputationen). Wenn aber so der gesamte Körper gerettet werden kann, ist dieser massive Eingriff "das Mittel der Wahl".

Wie im Biologischen kann auch ein geistlicher Leib krank werden. Auch hier ist es wichtig, dass Krankheitrserreger entfernt werden, damit Gesundheit wieder hergestellt werden kann.

Das wird auf zweierlei Wege möglich:

1. Medikation: Er sandte sein Wort und machte sie gesund (Psalm 107, 20)

2. Trennung (Amputation): manchmal ist auch innerhalb der Gemeinde ein solch radikaler Schritt nötig, um eine Vergiftung des Gesamtleibes zu verhindern !

Der Krankheitserreger im geistlichen Leib Gemeinde ist Sünde.

 

1. Was ist Sünde ?

aus: Lexikon zur Bibel
herausgegeben von F. Rienecker und G. Maier
© 1994 R. Brockhaus Verlag Wuppertal
Spalte 1352-1353

Sünde
Um einer klaren Erfassung des Begriffs willen ist eine sachliche Trennung zwischen AT und NT nötig.

I) ALTES TESTAMENT

Sprachlicher Befund
Das Hebr. hat eine Reihe von Wörtern, die im Dt. mit Sünde bzw. sündigen wiedergegeben werden.

Die wichtigsten Wurzeln sind neben vielen andern folgende:

  1. chatha und seine Ableitungen deuten eine Bewegung in der falschen Richtung bzw. die »Verfehlung« des richtigen Zieles an.
  2. pascha als Tätigkeitswort und das zugehörige Hauptwort drücken »Auflehnung« aus.
  3. awah heißt zuerst »krümmen«. Das davon abgeleitete Hauptwort awon nimmt den Gedanken der »Schuld« mit in den Begriff der Sünde hinein.
  4. schagah und das Hauptwort schegagah drücken das im menschlichen Sein begründete Irren, das »Abirren« aus.

Im Unterschied zum dt. Wort Sünde können die hebr. Wörter auch rein weltlich gebraucht werden und haben dann keinen religiösen Akzent. Dennoch werden auch bei solchem Gebrauch schon wichtige Züge der Sünde deutlich.
Sünde ist im AT kein abstrakter Begriff, sondern eine sich im Leben der Menschen zeigende Verhaltensweise. Mag darum auch die Erscheinungsart der Sünde verschieden sein - als Ver-fehlung des von Gott gesteckten Zieles, als Auflehnung gegen Gott, als schuldhafter Ungehor-sam oder auch als menschlicher Irrtum - in ihrem Kern und Wesen bedeutet Sünde immer: »An dir allein habe ich gesündigt« (Ps51,6). Zu den hebr. Wörtern muß also die Beziehung zu Gott treten, um das menschliche Handeln zur Sünde und den Menschen zum Sünder zu machen.
An der Vielfalt der hebr. Wörter wird aber auch deutlich, daß die Sünde in ihrer ganzen Breite begrifflich nicht zu fassen ist, sondern uns immer nur im Teil sichtbar wird.

Spalte 1354/1355

II) NEUES TESTAMENT
Eine Trennung zwischen AT und NT ist darum gerechtfertigt, weil das AT zwar die Not der S. und des Sünders in der ganzen Tiefe aufdeckt, aber das NT allein über die S. von ihrer Überwindung in Jesus Christus her redet.

Sprachlicher Befund
Auch das NT kennt wie das AT mehrere Wörter für Sünde.

  1. Griech. hamartano bzw. hamartia bedeutet »nicht treffen«, »verfehlen« bzw. »Verfehlung«. Hamartia wird im NT am häufigsten gebraucht und bedeutet nicht nur die Verfehlung gegen Gott, sondern betont zugleich die Schuld. Dabei können die sündigen Taten (z.B. Apg 2,38; 3,19; Hebr1,3; 2,17), die sündhafte Wesensbestimmtheit der ganzen Menschheit (Joh 9,41; 1.Joh 1,8) und die personhafte Macht der Sünde (Röm 5,12; Gal 3,22; überhaupt Röm 5-7 durchgehend) gemeint sein.
  2. Selten kommt das Wort hamartäma vor, das lediglich die sündige Tat bezeichnet. Parakoä meint Ungehorsam, anomia Gesetzlosigkeit. Damit ist im wesentlichen der Sprachgebrauch erfaßt.

2. Was ist die Auswirkung von Sünde ?

 

3. Was können konkrete Sünden sein?

Der Druckausgabe ist eine Liste möglicher konkreter Sünde am Ende dieser Lektion als Anhang beigefügt. Sie wurde aus der Schriftenreihe: "Glauben praktisch" der Freien Christengemeinde "ARCHE" in 86159 Augsburg (BFP KdöR), dem Heft 2: Sündenbekenntnis befreit! (Eine Anleitung für das Bekenntnis von Sünden mit einer Hinführung zu konkreter Buße) von Pastor Frank Uphoff (3. Auflage 1994) entnommen.
Bei Interesse bitte direkt an die ARCHE in Augsburg wenden oder unter pastor@fcg-giessen.de nachfragen. Danke

 

4. Wie gehen wir mit Sünden um?

Apostelg. 3,19  Buße tun, um Sünden getilgt zu bekommen
Hebräer 12,1  Sünde ablegen, die uns leicht umstrickt
1.Johannes 1,9  Gott die Sünde bekennen und vergeben bekommen

 

5. Was ist aber mit Sünden, die ich beim anderen beobachte?

1. (wichtig!!)

Sprüche 23,17  Dein Herz eifere nicht gegen die Sünder, sondern um die Furcht des HERRN jeden Tag!

Meine erste Frage muss sein: Stehe ich richtig vor Gott!

2. Es geht immer um das Wohl des Einzelnen!

Matthäus 18,15  du hast den sündigenden Bruder gewonnen!
Jakobus 5,20  auf den rechten Weg gebracht? Du hast ihn gerettet! und deckst eine Menge Sünde zu
Hebräer 12,15+16  achtet aufeinander; keiner soll an Gnade Gottes Mangel leiden
Hebräer 10,24+25  einander anreizen zu guten Werken und Versammlungsbesuch

Aber:
Wenn es dem Einzelnen gut geht, ist auch der Gesamtleib gesund.

Josua 7  Achan hat gesündigt und das gesamte Volk leidet darunter!

Frage zur Diskussion:

 

6. Was ist aber, wenn er nicht auf mich hört ?

Matthäus 18,16+17  weitergehende Schritte (Heide & Zöllner, ist nicht mehr Gemeinde, darf aber missioniert werden!)
1.Korinther 5,1-13  Sünde muss aus der Gemeinde raus. Sünde nicht zu behandeln ist Zeichen von Stolz.

Folgende Sünden schließen nach 1.Kor. 5,1-13 aus der Gemeinschaft aus:

Gemeindeausschluss (Gemeindezucht) ist nicht die Geheimwaffe der Gemeindeleitung!

Gemeindezucht sollte immer nur die allerletzte Konsequenz bleiben in Situationen, in denen Menschen nicht von der Sünde lassen wollen. Gemeinde, der Leib Christi, ist von Gott gedacht als ein gutes Gemeinwesen (Körper), in dem einer auf den anderen acht hat und man sich gegenseitig korrigiert, um Sünde (Krankheitserreger) rauszubekommen.

Dabei ist es nicht ein System der gegenseitigen Überwachung in Form einer Geheimpolizei, sondern Liebe und die Sorge um den Bruder, die Schwester bestimmt unser Handeln.
Gemäß Hebräer 10,24+25; 12,15+16 ist der Leib Christi ein Körper, in dem der eine den anderen unbedingt braucht und durch Ermutigung und Korrektur sein Wachstum und seine Stabilität erfährt.

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