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GS-Gemeindeschulung

4. Gemeinde und Finanzen

Gemeindeseminar vom 19./20. September 2000

 

Copyright-Hinweis: Einzelne Passagen in dieser Ausarbeitung wurden mit freundlicher Genehmigung dem Lehrmaterial der ARCHE in Augsburg entnommen.

 

Einstieg:

 

Alles kommt von Gott - ihm seinen Teil nicht vorenthalten

"Zehnter" im AT

Im Alten Testament gab es weit mehr als nur einen Zehnten, d.h. die Leute gaben mehr als zehn Prozent ihres Einkommens an Gott. Dieses wurde dann unter anderem zur Versorgung der Priester und Leviten verwendet. Zum Teil sollten sie es aber einfach nur selber "vor Gott" genießen und sich was richtig gutes gönnen. Auch wenn der Zehnte für uns Christen nicht gesetzlich verpflichtend ist machen wir immer wieder die Erfahrung, wie es in Maleachi steht: Gott segnet es, wenn wir den Zehnten geben.

5. Mose 12:5 sondern die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin kommen. 6 Dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten und eure heiligen Abgaben, eure Gelübdeopfer, eure freiwilligen Opfer und die Erstgeburt eurer Rinder und Schafe. 7 Und ihr und euer Haus sollt dort vor dem HERRN, eurem Gott, essen und fröhlich sein über alles, was eure Hand erworben hat, womit euch der HERR, euer Gott, gesegnet hat.

Maleachi 3:8 Ist's recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt! Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?« Mit dem Zehnten und der Opfergabe! 9 Darum seid ihr auch verflucht; denn ihr betrügt mich allesamt. 10 Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

Erstlingsfrucht im AT und NT

Spr 3:9 Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens, 10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter von Wein überlaufen.

Alles was wir haben kommt von Gott und gehört Gott. Im AT finden wir eine Regelung oder ein Prinzip, das gerade diese Tatsache zum Ausdruck bringt: "Alles Erste gehört Gott". Gott wollte, dass ihm alle Erstgeburt von reinen Tieren geheiligt werde, auch alle erstgeborenen Menschen sollten für ihn freigesetzt werden. Im Volk Israel hat er dann die Regelung festgesetzt, dass die Männer aus dem Stamm Levi die Erstgeborenen aus allen anderen Stämmen ablösen und an ihrer Statt den Tempeldienst versehen. Aber das Prinzip bleibt: "Das Erste gehört Gott." Das galt auch für die Ernte in jedem Jahr. Wenn man sich die Bedeutung dessen vor Augen malt, kommt man zu einer möglichen Anwendung des Prinzips heute: Wenn man sich allein durch das versorgt, was man selbst auf seinem Land erwirtschaftet, dann ist gerade die Zeit bevor die neue Ernte eingefahren wird, die magerste des ganzern Jahres. Die Vorräte gehen zur Neige und das Neue ist noch nicht da. Die Israeliten damals lebten von dem, was sie selbst anbauten, deswegen hat es sie vermutlich wirklich etwas gekostet, die Ersterträge abzugeben. Man könnte also sagen: Wir sollen Gott nicht nur von unserem Überfluss geben. Oder:

Wir sind keine Bauern mehr, sondern unsere Ernte sind unsere Finanzen. Deswegen dürfen wir den Herrn in dieser Weise mit unseren Erstlingen ehren. Modern ausgedrückt: Gib dem Herrn nicht von dem, was du übrig hast, sondern nimm dir vor, bevor irgendwelche Abzüge abgehen, dem Herrn damit die Ehre zu erweisen.

Zehnter im NT

Mat 23:23 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

1. Kor 16:1 Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun! 2 An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme.

Es gibt im NT keine Stelle, die einen oder mehrere Zehnten für uns heute verpflichtend macht. Eine intensive Aufforderung zum Geben ist aber immer wieder zu lesen (siehe unten). Viele Christen wenden aber Maleachi 3 bewusst an und machen sehr gute Erfahrungen damit.

Wohin damit?

Maleachi 3:8 Ist's recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt! Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?« Mit dem Zehnten und der Opfergabe! 9 Darum seid ihr auch verflucht; denn ihr betrügt mich allesamt. 10 Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

2. Kor. 8:1 Wir tun euch aber kund, liebe Brüder, die Gnade Gottes, die in den Gemeinden Mazedoniens gegeben ist. 2 Denn ihre Freude war überschwänglich, als sie durch viel Bedrängnis bewährt wurden, und obwohl sie sehr arm sind, haben sie doch reichlich gegeben in aller Einfalt. 3 Denn nach Kräften, das bezeuge ich, und sogar über ihre Kräfte haben sie willig gegeben 4 und haben uns mit vielem Zureden gebeten, dass sie mithelfen dürften an der Wohltat und der Gemeinschaft des Dienstes für die Heiligen; 5 und das nicht nur, wie wir hofften, sondern sie gaben sich selbst, zuerst dem Herrn und danach uns, nach dem Willen Gottes.

Zitat aus dem Gemeindeseminar der Gemeinde Griesheim:

der Zehnte:nicht gesetzlich, sondern vor dem Gesetz, bei Abraham, dem Vater aller Glaubenden Abraham empfing von Melchisedek, dem Priester Salem Brot und Wein und Segen .Abraham gab ihm den Zehnten. Wo du Brot, Wein und Segen empfängst, dorthin solltest du den Zehnten geben. Zehnte "nach oben" (Gott, Gemeinde, etc.), nicht "nach unten" (Not)
Mission:über den Zehnten hinaus an Missionare und Werke, Regelmäßigkeit ist gut Beziehung und Gebet
Soziales:Hilfe an Bedürftige, vor Ort oder in der Ferne, Not bewegt unsere Herzen stark

 

"Arbeiten, als ob beten nichts nützen würde und umgekehrt"

Gott möchte, dass wir fleißig sind, aber nicht raffgierig. Wir sollen unser Bestes geben aber uns immer bewusst sein, dass das Gelingen und der Erfolg in Gottes Hand stehen. Das Ziel unserer Arbeit soll sein (natürlich zuerst Gott zu ehren) genug zu haben und darüber hinaus genug auch Gutes zu tun.

2. Mose 16:18 Aber als man's nachmaß, hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte.

Sprüche 10:22 Der Segen des HERRN allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu.

5. Mose 16:17 sondern ein jeder mit dem, was er zu geben vermag, nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.

5. Mose 12:5 sondern die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin kommen. 6 Dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten und eure heiligen Abgaben, eure Gelübdeopfer, eure freiwilligen Opfer und die Erstgeburt eurer Rinder und Schafe. 7 Und ihr und euer Haus sollt dort vor dem HERRN, eurem Gott, essen und fröhlich sein über alles, was eure Hand erworben hat, womit euch der HERR, euer Gott, gesegnet hat.

Apostelgeschichte 20:35 Ich habe euch in allem gezeigt, daß man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.

Einen guten Spruch gibt es von Wesley:

Verdiene, was du kannst! Effektivität
Spare, was du kannst!Sparsamkeit
Gib, was du kannst!Freigebigkeit

 

Keine Habsucht

Die Bibel warnt sehr stark vor der Sünde Habsucht:

Eph. 5:5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

Psalm 119:36 Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht zur Habsucht.

Kol. 3:5 So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.

Eph. 5:5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

Luk. 12:15 Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Spr. 28:22 Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, daß Mangel über ihn kommen wird.

1.Tim.6:10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet, und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

Hebr. 13:5 Seid nicht geldgierig, und lasst euch genügen an dem, was da ist. Denn der Herr hat gesagt: »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.«

 

Geben statt haben als Ziel - aber keine Verteufelung von Reichtum

Das neutestamentliche Grundprinzip zu Finanzen heißt "Fröhlich geben, so viel man kann". Dabei gibt es eine Prioritäten-Reihenfolge: Zuerst müssen wir für die eigene leibliche Familie sorgen, dann für Glaubensgenossen, dann für andere.

Galater 6:10 Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Sprüche 21:13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.

Sprüche 28:27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird von vielen verflucht.

5. Mose 16:17 sondern ein jeder mit dem, was er zu geben vermag, nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.

Sprüche 25:21 Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser,

Matthäus 5:42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

Lukas 3:11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.

Hebräer 13:16 Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.

Lukas 12:33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und den keine Motten fressen.

Den "Unterweisenden"

Wir als Gemeinde haben die Verantwortung diejenigen freizusetzen und zu versorgen, die uns im Wort unterrichten.

1 Timotheus 5:18 Denn die Schrift sagt: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und: »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«.

Galatians 6:6 Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten.

  Wir sollten den Ehrgeiz entwickeln, immer besser für unseren Pastor zu sorgen. Er ist Pastor und arbeitet voll als solcher, er sollte auch dafür freigesetzt werden. Bitte überlegt bei Euch selbst, was ihr dazu tun könnt, dass unsere Gemeinde mehr dahin kommt in dem Punkt der Bibel zu entsprechen.

Gott segnet

Auf Geben liegt Gottes Segen.

Lukas 6:38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.

Sprüche 11:25 Wer reichlich gibt, wird gelabt, und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.

Sprüche 11:24 Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer

Markus 10:21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!

Biblisch fundierte Prinzipien für den Umgang mit Finanzen sind:

2. Kor 9:5 So habe ich es nun für nötig angesehen, die Brüder zu ermahnen, dass sie voranzögen zu euch, um die von euch angekündigte Segensgabe vorher fertig zu machen, so dass sie bereitliegt als eine Gabe des Segens und nicht des Geizes. 6 Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. 7 Ein jeder, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 8 Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; 9 wie geschrieben steht: »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.« 10 Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. 11 So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in aller Einfalt, die durch uns wirkt Danksagung an Gott.

 

Allgemeine Zusammenfassung

Aber:
Geben hat seine Grenzen. Wir sind nicht verpflichtet, jedem alles und zu jeder Zeit zu geben. Ein weiser Umgang ist mit unserem Geld erforderlich. Aber unsere Herzenshaltung muss stimmen. Dann folgen auch die anderen Bereiche.

Noch ein letztes Zitat von Griesheim:
Geben bedeutet Säen! Verzehre nicht deine Saat! Es wird sich später fatal auswirken.

 

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